Was sind Legionellen?

Legionellen (Legionella) sind eine Gattung stäbchenförmiger Bakterien in der Familie der Legionellaceae. Sie sind im Wasser lebende gramnegative, nicht sporenbildende Bakterien. Alle Legionellen sind als potenziell  humanpathogen anzusehen. Heute kennt man mehr als 48 Arten und 70 Serogruppen. Die für Erkrankungen des Menschen bedeutsamste Art ist Legionella pneumophila (Anteil von etwa 70 bis 90 %, je nach Region); sie ist Erreger der Legionellose oder Legionärskrankheit und des Pontiac-Fiebers.

Legionellenvorkommen

Legionellen kommen vor allem dort vor, wo warmes Wasser ihnen optimale Bedingungen für die Vermehrung bietet. Dieses ist der Fall in

  • Biofilmen
  • Tot- Leitungen
  • Wassertanks
  • Schwimmbäder
  • Krankenhäusern
  • Altenpflegeheimen
  • öffentlichen Gebäuden
  • Duschanlagen
  • Feuerlöschleitungen mit Trinkwasseranbindung
  • Wasserleitungen mit langen Stillstandzeiten
  • Klimaanlagen
  • Warmwassererzeugungs- und Verteilungsanlagen
  • Kühltürmen

Legionellenübertragung auf Menschen

Durch Kontakt mit Leitungswasser ist eine Übertragung von Legionellen in tiefe Lungenabschnitte grundsätzlich möglich. Das heißt aber nicht, dass jeder Kontakt mit legionellenhaltigem Wasser eine Gesundheitsgefährdung mit sich bringt. Jedoch kann z. B das Einatmen von bakterienhaltigem Wasser als Aerosol beim Duschen oder von klimatisierter Luft zu Erkrankungen führen.Für Personen mit intaktem Immunsystem stellt das Trinken von legionellenhaltigem Wasser keine Gesundheitsgefährdung dar.

Insbesondere können folgende technischen Systeme für die Übertragung von Legionellosen verantwortlich sein:

Warmwasserversorgungen wie in Krankenhäusern, Heimen, Hotels, Wohnhäusern etc., raumlufttechnische Anlagen, Luftbefeuchter, Badebecken, und vor allen Dingen Warmsprudelbecken sowie sonstige Anlagen, die Wassertröpfchen erzeugen.

Maßnahmen zur Reduzierung des Legionellenwachstums

Das DVGW Arbeitsblatt W551 gilt für die Errichtung und den Betrieb von Trinkwassererwärmern und Trinkwasserleitungen. Diese technischen Maßnahmen zur Verringerung des Legionellenwachstums gelten seit April 2004. Demzufolge muss am Austritt von Warmwassererzeugungsanlagen ständig eine Temperatur von mindestens 60 °C gehalten werden. Die Warmwassertemperatur bei Zirkulationleitungen darf maximal 5 °C gegenüber der Austrittstemperatur absinken. Die Rücklauftemperatur der Zirkulation darf min. 55 °C betragen. Das Trinkwasser sollte möglichst kühl gehalten werden.

Bei einem Anteil von über 100 KbE/100 ml gilt Trinkwasser als kontaminiert. Handlungsbedarf ist geboten ab einer Kontamination von > 10.000 KbE/100 ml. Ab diesen Werten sieht das Arbeitsblatt W 551 eine „extrem hohe Kontamination“ und fordert sofortige Maßnahmen wie z. B. eine Desinfektion des Leitungsnetzes oder die Verhängung eines Duschverbots.

Ultrafiltration (UF):
Für eine zielgerichtete und effiziente Wasserdesinfektion werden im Regelfall verschiedene Verfahren und Techniken kombiniert eingesetzt. Die Kombination ist abhängig von Zielsetzung und Verwendungszweck des gereinigten Wassers (Trinkwasser, Prozesswasser zum Beispiel für Kraftwerke) und des Verschmutzungsgrades. In diesem Mix aus physikalischen, chemischen und mechanischen Aufbereitungsverfahren kann die Ultrafiltration eine zentrale Rolle spielen.

Die Vorteile der Ultrafiltration:
Gegenüber herkömmlichen Wasserdesinfektionsverfahren bietet die Ultrafiltration wesentliche Vorteile:

  • Entfernung von  Bakterien, Pilzen, Viren und Schwebstoffen aller Art
  • Keine zusätzlichen Chemikalien
  • Gleichbleibende Qualität des aufbereiteten Wassers unabhängig vom Verschmutzungsgrad des Zulaufwassers
  • Einfache und sichere Handhabung und Durchführung

Auch andere Wasseraufbereitungstechnologien können davon profitieren, wenn die Ultrafiltration mit diesen Methoden kombiniert wird und so ihre Vorteile zum Tragen bringen kann. Die Ultrafiltration zeichnet sich jedoch durch kostenungünstige Betriebskonzepte aus.

Thermische Desinfektion:
mundus-fluid-legionellen-wasserBei einer Temperatur von mehr als 70 °C werden Legionellen abgetötet. Um eine thermische Desinfektion zu erreichen, muss das gesamte Leitungssystem einschließlich der Entnahmearmaturen für mindestens 5 Minuten auf mehr als 72 °C erwärmt werden. Diese periodische Desinfektion muss mit einer Legionellenschaltung mindestens 1 x pro Woche mit vollem Desinfektionsvolumenstrom und anschließender Kühlung durch nachströmendes Kaltwasser durchgeführt werden. Allerdings treten durch die entstehende Bildung von Kalk (bei über 55 °C Wassertemperatur) große Probleme für das Rohrnetz auf.

Auch muss auf die Verbrühungsgefahr bei der thermischen Desinfektion geachtet werden.

Die thermische Desinfektion betrifft naturgemäß nur das Warmwassernetz. Auch können sich Legionellen massiv im Kaltwasserkreislauf vermehren. Oft wird sich in den heutigen beheizten Gebäuden das Kaltwasser auf über 20 °C erwärmen. Dieses ist durch bauliche Mängel oder falsch dimensionierte Rohrleitungen mit schlecht isolierten Warmwasserleitungen möglich. Die Kaltwassertemperatur kann dadurch auf über 25 °C ansteigen.

Bekämpfung des Legionellenwachstums mit UV-Licht und Ultra-Schall:
Der Gefährlichkeit der Legionellen und auch Pseudomonas aeruginosa in den Versorgungssystemen für den Menschen wird in der Trinkwasserverordnung in verschiedenen Paragraphen Rechnung getragen. Die dauerhafte Bekämpfung der Legionellen mit chemischen Desinfektionsmitteln wie die in der Trinkwasserverordnung zugelassenen Chlor- oder Ozonverfahren zeigen im allgemeinen nur geringen Erfolg.

Die Mundus Fluid AG hat ein neues Verfahren zur Wasseraufbereitung entwickelt, mit dem es gelingt, Pilze und Bakterien, besonders Legionellen und Pseudomonaden, bis unterhalb der Nachweisgrenze von 1 KBE/ml zu reduzieren. Die auf UV-Licht und Ultraschall beruhende, patentierte  Technik ist in der Lage, das Infektionsrisiko ohne Einsatz chemischer Desinfektionsmittel  zu minimieren.